{"id":235,"date":"2022-03-09T13:12:00","date_gmt":"2022-03-09T13:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/solikreis.org\/?p=235"},"modified":"2026-04-21T14:57:25","modified_gmt":"2026-04-21T14:57:25","slug":"am-18-maerz-und-darueber-hinaus-gemeinsam-gegen-repression-und-unterdrueckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/solikreis.org\/index.php\/2022\/03\/09\/am-18-maerz-und-darueber-hinaus-gemeinsam-gegen-repression-und-unterdrueckung\/","title":{"rendered":"Am 18. M\u00e4rz und dar\u00fcber hinaus: Gemeinsam gegen Repression und Unterdr\u00fcckung"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"768\" src=\"https:\/\/solikreis.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2022-03-18_18maerz_sharepic-768x768-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-236\" srcset=\"https:\/\/solikreis.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2022-03-18_18maerz_sharepic-768x768-1.png 768w, https:\/\/solikreis.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2022-03-18_18maerz_sharepic-768x768-1-300x300.png 300w, https:\/\/solikreis.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2022-03-18_18maerz_sharepic-768x768-1-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der 18. M\u00e4rz als Tag der politischen Gefangenen ist ein Teil der Geschichte des Kampfes f\u00fcr eine befreite und klassenlose Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Kampf h\u00e4lt bis heute an. Immer noch k\u00e4mpfen wir f\u00fcr eine Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die kapitalistischen Verh\u00e4ltnisse produzieren Armut, Krieg, Ausbeutung, Unterdr\u00fcckung und Entfremdung \u2013 und das am laufenden Band.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Methoden haben sich ver\u00e4ndert, die Herrschenden haben sich ge\u00e4ndert und doch ist die Systematik die selbe geblieben: Die Ausbeutung des Gro\u00dfteils der Bev\u00f6lkerung, die den Reichtum einer Minderheit produzieren. Wer sich gegen dieses System der organisierten Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung auflehnt und f\u00fcr eine gerechte, solidarische Gesellschaft k\u00e4mpft, bekommt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die Repression des Staates zu sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Repression kann dabei unterschiedliche Formen annehmen und wird gerade jetzt, in Zeiten der wachsenden Unzufriedenheit und des wachsenden Unmuts in der Bev\u00f6lkerung, immer mehr zum Mittel der Wahl, um die herrschende Ordnung aufrecht zu erhalten. So sind wir seit Jahren mit einer stetigen Versch\u00e4rfung der repressiven Ma\u00dfnahmen konfrontiert, die sich auch im letzten Jahr nochmals weiter zugespitzt hat. Hier nur einige Beispiele dazu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Jo und Dy wurden im sog. Wasen-Prozess zu Haftstrafen von 4,5 und 5,5 Jahren verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen, am Rande einer Querdenker-Demonstration, Personen der rechten Gewerkschaft \u201eZentrum Automobil\u201c angegriffen und schwer verletzt zu haben. Dy befindet sich nach wie vor im Knast in Stammheim, bis das Urteil rechtskr\u00e4ftig wird bleibt Jo auf freiem Fu\u00df.<\/li>\n\n\n\n<li>Gegen Chris steht die Berufungsverhandlung an, bei der eine mehrmonatige Haftstrafe im Raum steht. Ausl\u00f6ser des Verfahrens sind Aktionen rund um den Silvesterspaziergang an der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim an Silvester 2018. In erster Instanz wurde Chris zu 8 Monaten Knast verurteilt.<\/li>\n\n\n\n<li>Im November 2020 wurde Lina mit Hilfe des \u00a7129 verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet \u201eAngriffe gegen Personen der rechten Szene durchgef\u00fchrt zu haben\u201c. In K\u00fcrze soll der Prozess gegen sie beginnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Mit Hilfe der sog. Antiterrorparagraphen \u00a7\u00a7129 werden t\u00fcrkische und kurdische Strukturen verfolgt und vor Gericht gestellt. Auch aktuell stehen in Stammheim mit Hilfe dieser Paragraphen zwei kurdische Genossen vor Gericht.<br>Nicht nur in Stammheim sind vor allem kurdische AktivistInnen mit Repression konfrontiert: mehrmals im Jahr kommt es zu Verhaftungen und Verurteilungen von AktivistInnen, denen die Mitgliedschaft (oder Unterst\u00fctzung) in der PKK vorgeworfen wird, die trotz (oder gerade wegen) erfolgreicher Bek\u00e4mpfung von islamistischen Milizen und Verteidigung des freiheitlichen Projektes Rojava, nach wie vor als terroristische Organisation gelten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Und dabei handelt es sich nur um einige Beispiele f\u00fcr Repressionsf\u00e4lle. Ganz allgemein gesprochen sind antifaschistische und antikapitalistische Proteste mit einer sich versch\u00e4rfenden Kriminalisierung konfrontiert, bei der auch immer \u00f6fters den Angeklagten Knast oder hohe Bew\u00e4hrungsstrafen drohen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig gibt es neue gesetzliche Versch\u00e4rfungen, die die Befugnisse der Beh\u00f6rden weiter ausweiten und so verwundert es auch nicht, dass immer wieder ein Diskurs \u00fcber das Verbot von linken Strukturen forciert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Widerstand \u2013 Repression \u2013 Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Repression zielt dabei darauf ab K\u00e4mpfe zu unterdr\u00fccken und letztlich zu zerschlagen, um die herrschende Ordnung mit aller Gewalt aufrechtzuerhalten und die entstehenden Klassenk\u00e4mpfe zu verhindern \u2013 einerseits akut, andererseits pr\u00e4ventiv, um die ideologische Vorherrschaft \u00fcber die Geschichte zu gewinnen, aber auch durch Einsch\u00fcchterung und Abschreckung AktivistInnen abzuhalten diesen Kampf aufzunehmen oder weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>D.h. dass Repression uns alle was angeht: Wenn der Kampf um Befreiung, der Kampf f\u00fcr eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung angegriffen wird, dann werden wir alle angegriffen \u2013 auch wenn es nur einzelne trifft.<br>Umso notwendiger ist es am 18. M\u00e4rz, aber auch Tag f\u00fcr Tag, dieser Repression unsere Solidarit\u00e4t entgegenzusetzen. Denn wenn Repression in der kapitalistischen Logik auf Widerstand folgt, so muss in einer revolution\u00e4ren Logik Solidarit\u00e4t auf Repression folgen.<br>Und w\u00e4hrend die Herrschenden sich in der Verfolgung von politischen AktivistInnen ziemlich einig sind, so muss es f\u00fcr uns darum gehen in der Frage der Solidarit\u00e4t ideologische und politische Unterschiede zu \u00fcberwinden, um den Angriffen unsere geschlossene Solidarit\u00e4t entgegenstellen zu k\u00f6nnen und gemeinsam den Kampf f\u00fcr eine befreite Gesellschaft weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeigen wir uns also solidarisch mit denjenigen, die mit Repression konfrontiert sind, und mit den Gefangenen, die f\u00fcr die Perspektive einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung k\u00e4mpfen und weltweit in Kn\u00e4sten weggesperrt sind. Nutzen wir den Tag der politischen Gefangenen und zeigen ihnen, dass sie nicht alleine sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Freiheit f\u00fcr alle politischen Gefangenen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kundgebung:<br>Freitag, 18.03, 18:00 Uhr \u2013 vor der JVA Stammheim (U15 Stammheim)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geschichte des 18. M\u00e4rz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der 18. M\u00e4rz ist der Jahrestag der Pariser Kommune, der erste proletarische Versuch einer sozialistischen Umw\u00e4lzung. Die Pariser Kommune wurde w\u00e4hrend des Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieges (1870-1871) spontan gebildet, vertrieb die konservative Zentralregierung aus der Hauptstadt Frankreichs und errichtete mit r\u00e4tedemokratischen und sozialistischem Vorbild einen \u201eStadtrat\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Fortan \u2013 f\u00fcr 72 Tage \u2013 regierte die Pariser Kommune bis zum 28. Mai 1871, als die Regierungstruppen die Macht \u00fcber Paris wieder \u00fcbernahmen. Die Reaktion \u00fcbte nach ihrem Sieg an den KommunardInnen blutige Rache. Mehr als 20.000 M\u00e4nner und Frauen wurden get\u00f6tet und mehr als 40.000 zu meist lebenslangen Haftstrafen verurteilt.<br>So wurde der 18. M\u00e4rz von der Internationalen Roten Hilfe 1923 zum Tag der politischen Gefangenen ausgerufen, als Erinnerung an die Kommune, als Geschichte des Aufbruchs, aber auch als Erinnerung an die Repression. Mit diesem Datum wurde auch der Zusammenhang zwischen Revolution und Konterrevolution, also dem Kampf gegen die bestehenden Verh\u00e4ltnisse und der daraus folgenden Repression deutlich gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Faschismus wurde der 18. M\u00e4rz verboten und konnte auch auf Grund der Repression nicht mehr begangen werden. Nach dem Faschismus wurde der 18. M\u00e4rz erst wieder 1996, auf Initiative von Libertad, zum Aktionstag f\u00fcr die Freiheit der politischen Gefangenen begangen. Seither wird dieser Tag jedes Jahr mit Veranstaltungen, Demos oder anderen Aktivit\u00e4ten begangen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Stuttgart wird seit einigen Jahren am 18. M\u00e4rz vor den Knast in Stammheim gegangen, um den Gefangenen deutlich zu machen, dass wir sie nicht vergessen haben und dass sie weiterhin Teil der K\u00e4mpfe sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Organisiert vom Arbeitskreis Solidarit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Unterst\u00fctzt von:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Antirepressionskampagne \u201eAntifaschismus bleibt notwendig\u201c<br>\u2013 B\u00fcndnis demokratischer Kr\u00e4fte in Europa (Partei des sozialistischen Wiederaufbaus (SYKP), Konf\u00f6deration der Arbeiter:innen aus der T\u00fcrkei (ATIK), Konf\u00f6deration f\u00fcr Demokratische Rechte in Europa (ADHK), F\u00f6deration der unterdr\u00fcckten Migrant*innen in Deutschland (AGIF), Demokratisch-kurdisches Gesellschaftszentrum, Alinteri)<br>\u2013 Kurdische Jugend Stuttgart<br>\u2013 Rote Hilfe OG Stuttgart<br>\u2013 Verband der Studierenden aus Kurdistan Stuttgart<br>\u2013 Vereinigte Revolution\u00e4re Bewegung der V\u00f6lker<br>\u2013 Weitermachen-Solikreis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 18. 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