
Gerade wurde in Budapest das Urteil gegen drei Antifaschist:innen
gefällt, die aufgrund militanter Praxis gegenüber Faschisten am Tag der
Ehre vor Gericht standen.
Maja wurde zu 8 Jahren, Anna zu 2 auf Bewährung und Gabriele zu 7 Jahren
verurteilt.
Während Maja seit ihrer illegalen Auslieferung in Juni 2024 in Ungarn
unter menschenunwürdigen Bedingungen im Knast sitzt, befinden sich die
anderen beiden in Deutschland bzw. Italien. In Gabrieles Fall hatte
Italien die Auslieferung verweigert.
Wir stehen solidarisch an der Seite der betroffenen Genoss:innen!
Heute in euren Städten und am Samstag in Jena auf die Straße!
Antifaschismus bleibt notwendig!
Wir haben als Solikreis ein Grußwort zur Urteilsverkündung verfasst. Dieses sollte eigentlich bei der Solikundgebung vor Ort verlesen werden, doh diese wurde von den ungarischen Behörden verboten.
Wir haben es zum lesen hier angehängt:
„Liebe Genoss:innen, liebe Mitstreiter:innen,
wir senden euch solidarische Grüße aus Stuttgart.
Auch wenn wir heute leider nicht persönlich bei euch sein können, sind wir in Gedanken bei euch und verfolgen den heutigen Tag auch aus der Ferne.
Wir alle wissen, dass wir von der Urteilsverkündung nichts erwarten dürfen. Dieser Schauprozess wird heute sein vorläufiges Ende finden.
Der ungarische sowie der deutsche Staat versuchten von Anfang an nicht einmal den Schein einer Rechtmäßigkeit zu wahren. Sie möchten hier ein Exempel an der linken und antifaschistischen Bewegung statuieren.
Doch wenn uns dieser gesamte Komplex etwas gezeigt hat, dann sind das vor allem zwei Dinge.
Zum einen die Notwendigkeit eines vielseitigen Antifaschismus auf verschiedenen Ebenen.
Es ist völlig nebensächlich, wer die Nazis am Tag der Ehre 2023 angegriffen hat.
Die angeblichen Geschädigten haben nur ein Ziel: Minderheiten und Andersdenkende anzugehen, auszugrenzen und ihnen Schaden zuzufügen. Sie sind leider nicht mit warmen Worten, Bildungsarbeit oder Menschenketten aufzuhalten, ohne diese Ebenen als sinnlos abstempeln zu wollen.
Bei ideologisch gefestigten und gefährlichen Faschisten ist die Ebene eines militanten Antifaschismus leider unabdingbar.
Auch wenn nicht jeder damit etwas anfangen kann, müssen alle fortschrittlichen Kräfte ihre Notwendigkeit sehen. Wir müssen uns solidarisch zeigen mit all jenen, die sich Nazis und Faschisten konsequent in den Weg stellen, im Wissen um die Folgen.
Damit kommen wir zum zweiten Punkt, der für uns zentral ist.
Denn wenn uns etwas Hoffnung geben sollte, dann ist es die weitreichende Solidariät, die sich anhand des Schicksals von Maja entfaltet hat.
Das Ziel der ungarischen Behörden ist das Brechen und die Vereinzelung von Gefangenen. Dies versuchen sie durch menschenunwürdige Bedingungen im Knast zu erreichen.
Doch durch die mediale Aufmerksamkeit, die Unterstützung beim Hungerstreik und der Support vor Gericht kann diesem Ziel etwas entgegengesetzt werden. Auch wir konnten diese Solidarität bei unserem Besuch in Budapest letztes Jahr deutlich spüren.
Denn Solidarität ist nicht nur eine Floskel. Sie kann sehr wohl zu einer Waffe werden.
Und ganz egal, wie der heutige Tag hier ausgeht.
Unsere Solidarität wird weitergehen!
Maja, wir lassen dich ganz sicher nicht im Stich und haben allergrößte Hochachtung vor deinem Mut und deiner Stärke
Lasst uns zusammenstehen und gemeinsam der Repression trotzen. Lasst uns nicht den Mut verlieren und weiterhin unsere politische Praxis nach ihren Notwendigkeiten ausrichten, nicht nach dem bürgerlichen Gesetzbuch.
Denn dies wird auch in Zukunft bitter notwendig werden.
Unsere Solidarität gegen ihre Repression!
Freiheit für Maja, Anna & Gabri!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Hoch die internationale Solidarität!“





